Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien Koblenz-Teildienststelle Altenkirchen

Die Konkretisierung in Entwicklungsthemen

Die Leitvorstellungen konkretisieren sich in Entwicklungsthemen und werden in verschiedenen Aktivitäten praktisch umgesetzt. Die Entwicklungsthemen bündeln gewissermaßen mehrere Aktivitäten unter einem gemeinsamen Entwicklungsauftrag. Für einen begrenzten Zeitraum bilden sie den Rahmen für einzelne Aktivitäten.

Entwicklungsthema 1: Kompetenzorientierung

Kompetenzorientierung ist zurzeit ein Begriff mit Hochkonjunktur. Und dabei liegen kaum Konzepte für einen kompetenzorientierten Unterricht, bzw. für eine Ausbildung zum kompetenzorientierten Lehren vor. Damit wird nicht behauptet, der bisherige Unterricht und die bisherige Lehrerausbildung hätten keine Kompetenzen hervorgebracht, ganz im Gegenteil. Eine nicht kompetenzorientierte Ausbildung führt nämlich nicht zur Inkompetenz. Die Kompetenzorientierung ist ein Positivbegriff, dem einfach der Gegenbegriff fehlt. Man kann nicht nicht kompetenzorientiert unterrichten und ausbilden. Aus dieser Tatsache heraus erwächst jedoch alleine noch kein kompetenzorientiertes Lehren. Alle sind für Kompetenzen in Unterricht und Ausbildung, nur wie erreicht man sie? Die Beantwortung dieser Frage macht den Kern des Entwicklungsthemas aus.

Entwicklungsthema 2: Diagnostizieren und Fördern – Umgang mit Heterogenität

Der Umgang mit Heterogenität wird auch am Gymnasium ein wichtiges Thema werden. Ein entsprechendes Großmodul wird bereits seit einigen Jahren im Allgemeinen Seminar angeboten. Heterogenität ist eine Tatsache und kann sich auf unterschiedliches Leistungsvermögen, unterschiedliches Lernverhalten, unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten, unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale oder eine unterschiedliche soziale, ethnische und kulturelle Herkunft der Lerner beziehen. Alle diese Faktoren haben Konsequenzen für den Lehr-Lern-Prozess. Der Umgang mit der Heterogenität im Unterricht umfasst: ­ die Heterogenität als Faktum zu akzeptieren, anzunehmen und als herausfordernde berufliche Aufgabe anzugehen;, ­ die Heterogenität wahrzunehmen und ihr durch entsprechende Diagnostik zu begegnen, um Überforderung, Unterforderung, Verstehensschwierigkeiten und Sprachschwierigkeiten zu minimieren; ­ der Heterogenität gerecht zu werden und ihr Potenzial durch variantenreiche Methodik (Materialien, Arbeitsformen, Methoden-Werkzeuge) zu wecken; ­ die Heterogenität und das ihr innewohnende Potenzial produktiv zu nutzen, indem passende Aufgabenstellungen erfolgen, die das Anspruchsniveau und das Sprachniveau steigern helfen. Das Entwicklungsthema wird Gegenstand des Studientages im September 2009 sein.

Entwicklungsthema 3: Neue Lehrerbildung

Das Entwicklungsthema „Neue Lehrerbildung“ geht mit den Vertiefenden Praktika ab Herbst 2009 in eine weitere Umsetzungsphase. Hier ergibt sich ein zusätzlicher Aufgabenbereich für Fachleiterinnen und Fachleiter. Die Umstrukturierung der Ausbildung erfordert eine inhaltliche Neukonzeption der berufspraktischen und fachdidaktischen Ausbildungsveranstaltungen (Module). Dazu werden Konzepte und Handreichungen erarbeitet.

Entwicklungsthema 4: Kooperation mit Institutionen

Das 4. Entwicklungsthema widmet sich der Tatsache, dass das Studienseminar Koblenz ab 2013 maßgeblich Absolventen der Universität Koblenz haben wird, die nach dem Konzept der neuen Lehrerbildung auch für das gymnasiale Lehramt ausbildet. Damit liegt es im besonderen Interesse des Seminars frühzeitig mit der Universität Koblenz zu kooperieren und bereits in der Aufbauphase konzeptionell, personell und inhaltlich zusammenzuarbeiten. Dies wird durch die Tatsache unterstrichen, dass der zukünftige Vorbereitungsdienst nur noch 15 Monate statt bisher 24 Monate betragen wird. Eine Kooperation liegt schon durch die räumliche Nähe (ZfL, Vizepräsidialamt, Studierendenbüro) im selben Gebäude nahe und hat damit gute Bedingungen. Mit dem Landesmedienzentrum (LMZ) ist zum Thema „Gefahren im Netz“ eine Kooperation im Allgemeinen Seminar angelaufen, die auch eine Ausbildung zu Jugendschutzberaterinnen und -beratern mit Zertifikat umfasst.

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